Translationale Forschung 1: Charakterisierung molekularer Grundlagen des Sjögren-Syndroms

Obwohl das Sjögren-Syndrom zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen zählt, gilt es im Vergleich zu anderen Autoimmunerkrankungen als schlecht erforscht. Beim Sjögren-Syndrom kommt es zu einer chronischen Entzündung insbesondere der Speichel- und Tränendrüsen und dadurch zu einer gravierenden Trockenheit (Sicca-Syndrom) von Mund, Augen und anderen Schleimhäuten. In 30–40 % der Fälle können schwerwiegenden Manifestationen an inneren Organen und Gelenken auftreten.

Da die Symptome komplex sind, der Verlauf heterogen und etablierte Prädiktoren für den Krankheitsverlauf sowie zugelassene Therapien fehlen, sind Patientinnen und Patienten und behandelnde Ärztinnen und Ärzte stark herausgefordert. Wir versuchen spezifische Therapieansätze zu entwickeln und Krankheitsverläufe vorherzusagen. Dazu sind fundierte Kenntnisse pathophysiologischer Vorgänge mit der Identifikation von Zellen und Molekülen, die eine Hauptrolle in der Pathogenese des Sjögren-Syndroms spielen, notwendig. In unserer Arbeitsgruppe setzen wir daher auf neue Konzepte und Methoden, wie etwa sogenannte Einzelzell-Sequenzierungen von betroffenem Gewebe, die wir mit funktionellen Studien ergänzen.

Translationale Forschung 2: Epigenetische Veränderungen in chronisch entzündlichen Erkrankungen

Zelltypspezifische epigenetische Veränderungen wie Histonmodifikationen und DNA-Methylierung bestimmen die Zugänglichkeit der DNA und welche Gene zu welchem Zeitpunkt in Zellen an- oder abgeschaltet werden. In unseren Forschungsprojekten beschäftigen wir uns insbesondere mit zwei Aspekten von epigenetischen Veränderungen in rheumatischen Erkrankungen: Einerseits interessieren uns Faktoren und Mechanismen, die akute von chronischen Entzündungen unterscheiden. Andererseits untersuchen wir das therapeutische Potential von Inhibitoren, die die Funktion epigenetischer Enzyme blockieren.

Mitglieder der Forschungsgruppe

  • Larissa Moser, MSc Biol, Labortechnikerin
  • Margaret Malgorzata Maciukewiecz, PhD, Bioinformatikerin